Gleichstellen - Bundesinitiative für Frauen in der Wirtschaft


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Ausgabe Dezember 2012
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Regiestelle

Bei Fragen zur Bundesinitiative „Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft“ steht Ihnen die Regiestelle unter:

030.39927-33­34

von Montag bis Freitag,
9 - 13 Uhr, zur Verfügung.
Rufen Sie uns an oder schreiben Sie eine E-Mail.

Bewilligungsstelle

Bei Fragen zur Finanzplanung sowie zur fördertechnischen Abwicklung steht Ihnen das BVA telefonisch unter

0228.99358-4713
0228.99358-5713
0228.99358-5813

oder per E-Mail zur Verfügung.

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Was andere sagen

Bekannte Persönlichkeiten und Fachleute aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und anderen Organisationen äußern sich zum wirtschaftlichen Nutzen von Frauenförderung.

 

In welchen Bereichen der Frauenförderung sehen Sie besonderen Handlungsbedarf?

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie übernimmt Verantwortung und gibt Impulse für verschiedenste betriebliche Lösungsmöglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Das zeigt sich auch in der Sozialpartnervereinbarung „Für eine chancengleiche und familienbewusste Personalpolitik“ mit dem Bundesarbeitgeberverband Chemie, die für die Betriebsparteien wichtige Weichen stellt, um Frauen und Männern eine Balance von Beruf und Privatleben zu ermöglichen. Betriebsräten und Vertrauensleuten kommt dabei eine Schlüsselstellung zu. Oft sind sie die Motoren, die nachhaltig und sachorientiert passgenaue Modelle gemeinsam mit den Arbeitgebern entwickeln.

Urheber des Zitats: Edeltraud Glänzer, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der Industriegewerk­schaft Bergbau, Chemie, Energie

Wieso sind nur wenige der Chefarztpositionen in Deutschland von Frauen besetzt und welches Potenzial bergen weibliche Fach- und Führungskräftekräfte für die Kliniken?

„Die Rekrutierungsstrukturen der Universitätsmedizin sind noch immer männlich dominiert  und die zeitlichen Anforderungen des Arztberufes machen es Frauen in der Familiengründungsphase noch schwerer als Männern, Karriere an Universitätsklinika zu machen. Die Charité hat deshalb ein Familienbüro eingerichtet und flexible Möglichkeiten zur Kinderbetreuung geschaffen. Weibliche Führungskräfte und gemischte Teams auf allen Hierarchieebenen führen nachweisbar zu größerer Arbeitszufriedenheit und einem auch rechnerisch besseren Unternehmensergebnis der Charité."

Urheber des Zitats: Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstands­vorsitzender der Charité Universitäts­medizin Berlin

Warum rechnet es sich, Führungsgremien gemischt zu besetzen?

„Die deutsche Wirtschaft sollte ihre Führungsebenen für Frauen öffnen, denn zahlreiche internationale Studien beweisen den Zusammenhang zwischen einem ausgewogenen Frauenanteil in der Unternehmensleitung und dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Durch mehr Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen gibt es eine effektivere Ausschöpfung der vorhandenen Potenziale. In den Führungsgremien halten so unterschiedliche Perspektiven Einzug und Entscheidungen werden ausgewogener getroffen – das wiederum erhöht die Eigenkapital- und Anlagenrendite.“

Urheber des Zitats: Petra Ledendecker, Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen

Warum bringen mehr Frauen in Führungspositionen die Forschung voran?

  • Weil exzellente Wissenschaft unabhängig vom Geschlecht ist und Vielfalt die Qualität von Forschung fördert;
  • weil diese Frauen Vorbilder für die vielen hochqualifizierten Nachwuchs­wissenschaftlerinnen sind und bedeutende Innovationen durch vielfältige Perspektiven möglich machen;
  • weil der Wissenschaftsstandort Deutschland zur Lösung der globalen Herausforderungen die besten Köpfe gewinnen muss. 

Urheber des Zitats: Prof. Dr. phil. Carmen Leicht-Scholten, Leiterin des Fachgebiets „Gender und Diversity Management in den Ingenieurwissenschaften" am Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik der TU Berlin

Warum brauchen wir mehr Frauen in Führungspositionen?

„Es ist nicht nur eine ökonomische Frage um Frauen und Männer gleichberechtigt in Führungspositionen zu haben. Die gesamte Gesellschaft würde davon profitieren, wenn dieser große Anspruch verwirklicht würde. Meine persönliche Erfahrung mit Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft bestärkt mich in meiner Ansicht. Allerdings gehört dazu insbesondere, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf allen Ebenen verwirklicht wird und sich nicht nur in Sonntagsreden wiederfindet."

Urheber des Zitats: Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Welche Potenziale haben die im Rahmen der Bundesinitiative geförderten Projekte?

„Das innovative Potential der berufstätigen Frauen in zahlreichen Branchen und Hierarchieebenen wird öffentlich sichtbar, nicht zuletzt auch durch die Vielfalt der geförderten Projekte. Und die Projekte haben das Potenzial, durch konkrete Maßnahmen zur betrieblichen Gleichstellungspolitik die Arbeitsqualität für Frauen zu verbessern und die Grundlage zu bilden für einen aktiven Transfer in andere Branchen.“

Urheber des Zitats: Margret Mönig-Raane, stellvertreterende Vorsitzendende von ver.di und Mitglied der Steuerungs­gruppe

Warum bringt es Vorteile, den Anteil von weiblichen Führungskräften zu erhöhen?

„Vielfalt fördert vor allem den Zusammenhalt im Team und im Unternehmen. Sie fördert außerdem die Kreativität und steigert die Effizienz. Ein Aspekt dabei ist, mehr Frauen in Führungsverantwortung zu bringen. Unternehmen mit einem hohen Anteil an weiblichen Führungskräften erzielen bessere Ergebnisse - das belegen nicht nur Studien, sondern auch unsere praktische Erfahrung im Alltag. Die vielen unterschiedlichen Ansätze im Denken schaffen eine produktivere Gesamtatmosphäre, sorgen für ungewöhnliche Blickwinkel und bringen oft schnellere Problemlösungen. Allein deshalb ist es wichtig, beide Geschlechter in möglichst vielen Positionen und Hierarchien zu haben, Diversität kommt allerdings nicht von allein. Wichtig ist, dass Geschäftsführung, Direktion, Management und auch die Arbeitnehmervertretungen sich der positiven Effekte der Vielfalt bewusst sind, sie gezielt fördern sowie eine entsprechende Infrastruktur schaffen, um Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen die Arbeit in unserem Unternehmen zu ermöglichen. Dazu brauchen wir flexible Arbeitszeitmodelle und schaffen die strukturelle Basis, die eine gute Balance zwischen Beruf und Privatleben ermöglicht."

Urheber des Zitats: Joachim Pfaffmann, Personaldirektor Michelin Reifenwerke

Warum lohnt es sich für das Unternehmen mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen und warum wird Frauenförderung bei der Telekom so stark und öffentlichkeitswirksam betrieben?

„Wir können uns ein „Vogel-Strauß-Wegducken“ nicht länger leisten. Klug gemischte Entscheidungsteams sind innovativer, produktiver und geschäftlich erfolgreicher. Zum zweiten zwingt die akut spürbare Entwicklung des Arbeits- und Talentmarktes, sich offensiv um weibliche Talente zu bemühen. Last – und keineswegs „least“ – sind Unternehmen, die den Anspruch einer nachhaltigen Unternehmensführung für sich reklamieren, unglaubwürdig, wenn sie Frauen und Männer nicht gleich fair behandeln.“

Urheber des Zitats: Thomas Sattelberger, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom AG

Warum sind mehr Frauen im Management gut für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen?

Viele Frauen sind hervorragend ausgebildet und hoch motiviert. Die Commerzbank möchte sich dieses Potenzial erschließen. Denn Studien belegen: Unternehmen mit einem gemischten Führungsteam sind erfolgreicher. In den vergangenen Jahren haben bei uns immer mehr Frauen verantwortungsvolle Aufgaben übernommen. Sie sind aber noch nicht so stark vertreten, wie es ihren Qualifikationen entsprechen würde. Das wollen wir ändern."

Urheber des Zitats: Ulrich Sieber, Mitglied des Vorstands (HR und Integration) der Commerzbank AG

Wie kann das Potenzial von Frauen im Kampf gegen den Fachkräftemangel genutzt werden?

„Nicht zuletzt wegen des demographischen Wandels und seiner Auswirkung auf den Arbeitsmarkt können wir nicht auf die Kompetenz und Motivation von Frauen verzichten. Es sollte uns aber nicht um einen höheren Frauenanteil allein, sondern generell um mehr Diversifikation gehen. Denn gemischte Teams funktionieren besser als monokulturelle.“

Urheber des Zitats: Regine Stachelhaus, Personalvorstand der E.ON AG

Wie kann das Potenzial von Frauen im Kampf gegen den Fachkräftemangel genutzt werden?

„Frauen fehlen vor allem in Führungspositionen. Mehr und mehr Unternehmen gehen nun voran. Denn Frauen werden dringend in Unternehmen gebraucht, aus demographischen Gründen, aber vor allem wegen ihrer Fähigkeiten zur Problemlösung und Innovation.“

Urheber des Zitats: Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestags­präsidentin a.D.

Welche neuen Perspektiven können Frauen dem Sport (-Management) geben und warum lohnt es sich auch in einer Männerdomäne, auf weibliche Kompetenzen zu setzen?

„Natürlich gilt Gleichstellung für alle Lebensbereiche, aber gerade die so genannten Männerdomänen sind besonders gefordert, diese umzusetzen. Im Sport haben sich die Frauen durch ihre herausragenden Leistungen längst in vielen Bereichen durchgesetzt. Auch in der klassischen Männerdomäne Fußball haben ihre Erfolge ihnen viel Respekt und Anerkennung eingebracht. Deshalb muss diese weibliche Note auch dort, wo Sport verwaltet wird, sichtbar werden. Schließlich können Frauen durch ihre besondere Art, an manche Dinge heranzugehen, einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass der Sport in einer menschlichen Gesellschaft wertorientiert seine ganze Stärke ausspielen kann.“

Urheber des Zitats: Dr. Theo Zwanziger, ehemaliger Präsident des Deutschen Fußball-Bundes

© 2012 Bundesministerium für Arbeit und Soziales